Fotografieren im Zoo – Anregungen und Tipps

Fotografieren im Zoo

Für viele Fotografen wird es ein Traum bleiben in weit entfernte Länder zu reisen um exotische Tiere auf einer Safari zu fotografieren. Einerseits ist dies nicht ganz billig, andererseits ist diese Art des Tourismus nicht jedermanns Sache.

Als Alternative gibt es die Möglichkeit, solche exotischen Tiere in eigens dafür vorgesehenen Einrichtungen, also Zoos oder Tierparks zu „beobachten“ und zu fotografieren. So wie es Vor- und Nachteile bei einer gebuchten Safari-Tour irgendwo in Afrika oder Südamerika gibt, dementsprechend gibt es diese, auch bei der heimischen Zoo- und Tierparkfotografie.

Vorteile der Zoofotografie

  • Zugang zu Tieren aus verschiedenen Kontinenten
  • Relative Nähe zu den Tieren
  • Ganzjährig zu besichtigen
  • Große Auswahl an Zoos oder ähnlichen Einrichtungen
    Je nach Zählart gibt es in Deutschland zwischen 50-1000 Einrichtungen für öffentliche Tierhaltung. (Quelle: Wikipedia) Dazu zählen dann natürlich auch kleinere Reptilienhäuser sowie die sehr beliebten Schmetterlingshäuser.
  • Ich kann ein Tier gegebenenfalls lange beobachten – es kann nicht weglaufen.

Nachteile der Zoofotografie

  • Meist kein natürliches Umfeld
  • Je nach Zoo unterschiedliche Sichtbarrieren (Gitter, Draht, Glas, Plexiglas)
  • Öffnungszeiten nicht unbedingt fotografiefreundlich
  • Zeitweise starke Frequentierung durch großen Besucherandrang
  • Fotografie-Verbot in zunehmenden Maße in vielen Einrichtungen
    Während in einigen Einrichtungen eine Fotografie-Lizenz erworben werden muss, so besteht anderenorts ein völliges Fotografie-Verbot. Dies hat verschiedene Gründe. Einerseits besteht sicherlich eine kommerzielle Absicht um eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren, andererseits hat man in der Regel einen eigenen „Hausfotografen“. Dessen Bilder sind es auch, welche für die hauseigene Werbung oder Broschüren etc. Anwendung finden. Persönlich finde ich ich dies völlig schwachsinnig, zumal jedes veröffentlichte Bild vom Zoo XY, auch Werbung für diesen bedeutet.

Tipps für einen fotografischen Zoobesuch

Informiere dich bitte vorher, ob du in dem Zoo deiner Wahl fotografieren darfst. Es wäre sicherlich sehr ärgerlich, nach einer weiten Anreise, nicht dort fotografieren zu dürfen.
Dazu hier ein interessanter Link:  Zoo-Infos

Besuch in der Woche

Wenn es dir möglich ist, versuche den Zoobesuch auf einen Wochentag zu legen. Möglichst nicht auf ein Wochenende oder Feiertag. Die Besucherzahlen sind zu solchen Zeiten ungleich höher. Des weiteren solltest Du von einem Besuch innerhalb der Schulferienzeit Abstand nehmen. Ebenso ein bis 2 Wochen vor oder nach den Ferien, unternehmen viele Schulklassen, zum Ausklang oder Einstieg erst einmal einen Zoobesuch. Kinder sind neugierig. Mit Stativ und aufgesetzter Kamera bist Du für viele Kinder durchaus interessant und man wird Dir viele Fragen stellen, sodass Du kaum zum fotografieren kommst.
Direkt nach dem Öffnen des Zoos und 2 Stunden vor der Schließung sind die besten Zeiten um ungestört Aufnahmen machen zu können. Vorher zu wissen was man aufnehmen möchte, ist insofern vorteilhaft, da Du dich dann direkt dorthin begegeben kannst.

Wetter

Schau Dir die Wettervorhersage an. Bei Schmuddelwetter geben Zootiere gegebenenfalls eher ein trauriges Bild ab. Abgesehen davon ziehen sich die Tiere dann häufig in, für den Besucher nicht einsehbare Bereiche, zurück. Sie kommen auch nicht unbedingt aus ihrem Versteck heraus, da sie nicht den Druck haben, jagen oder nach Nahrung suchen zu müssen. Sie werden schließlich regelmäßig gefüttert. Diffuses Licht ist meist besser, da keine heftigen Schattenbildungen entstehen, sondern das Licht gleichmäßiger verteilt wird.

Fütterungszeiten

Damit wären wir bei dem nächsten Punkt. Bring in Erfahrung wann welche Tiere gefüttert werden. Schau dir am besten vorher den Ort genau an und überlege im Vorfeld wo Du dich positionieren kannst. Bedenke den Sonnenstand zu dieser Zeit. Begib dich rechtzeitig dort hin. Viele Besucher möchten der Fütterung von ihren Lieblingen beiwohnen und versperren dir gegebenenfalls die fotografische Sicht.

Abläufe kennenlernen

Bist Du öfters in ein und demselben Zoo oder Tierpark, so achte auch auf die dortigen Abläufe. Nicht nur die Fütterungszeiten gehören dazu. Gehege müssen gereinigt und gepflegt werden. Manchmal sind die tierischen Bewohner mit dabei, da sie ebenfalls einer Reinigung unterzogen werden. Ich denke da an Szenen, wie das nass spritzen der Elefanten.

Wenn Du Kontakt zu den Mitarbeitern herstellen kannst, so bekommst Du sicherlich die ein oder andere Insiderinfo, was Dir eventuell zu einem außergewöhnlichen Bild verhelfen kann.

Tiere beobachten

Wenn Du die Gelegenheit hast, die Tiere über einen längeren Zeitraum zu beobachten, so kann diese Beobachtung hilfreich sein. Bei der Beobachtung eines Rudels erkennt man sehr schnell wer der „Chef“ ist. Überhaupt lassen sich durchaus soziale Strukturen erkennen, die eventuell bildlich umgesetzt werden können.
Ich habe noch das Bild eines Fotografen im Kopf, welcher immer wieder in den gleichen Zoo ging, um die Idee einer Vorstellung umzusetzen. Er wartete bei den Flamingos auf DEN passenden Moment. Dieser Moment sollte so aussehen, dass sich in den Abendstunden, 2 Flamingos dicht an dicht gegenüber stehen, so dass die Köpfe und die geschwungenen langen Hälse ein Herz ergeben. Es ist ihm gelungen. Ein tolles Bild. Mir ist dabei egal ob er oder auch andere Fotografen, diese Idee kopiert haben. Man muss es erst einmal hinbekommen.

Einbeinstativ und Teleobjektiv

Der Einsatz eines Teleobjektivs, jenseits der 200mm, macht auf jeden Fall Sinn. Auch im Zoo und Tierpark sind die Entfernungen zu den jeweiligen Tieren, stellenweise recht hoch. Dies ist einerseits der Sicherheit der Besucher, andererseits der artgerechten Tierhaltung geschuldet. Hat demgegenüber aber den Vorteil einer freien Sicht. Zudem haben nicht alle Tiere Pferde- oder Elefantengröße. Zusammen mit einer Telebrennweite, spielt ein stabiles Einbeinstativ seine Vorteile merklich aus. Vom Gewicht her ist es leichter, von der Handhabung flexibler und schneller zu handhaben als ein Dreibein stativ.
Möchtest Du dennoch nicht auf ein Dreibeinstativ verzichten und die Ausrüstung ist insgesamt recht schwer, kann ich Dir aus eigener Erfahrung die Anschaffung eines Eckla Beach Rolly empfehlen. So mancher Zoo oder Tierpark ist sehr weitläufig. Er fungiert als Transporter, Sitzgelegenheit mit Sonnendach. Zudem ist er sehr leicht, hat Luftbereifung und läßt sich gut zusammenklappen. Die Räder sind zudem noch abnehmbar. Eine Investition, welche ich bis zum heutigen Tag nicht bereut habe. Zudem ist er sehr vielseitig einsetzbar.

Detailaufnahmen

Konzentriere dich nicht nur darauf, das Tier als Ganzes abzulichten. Denke auch an Detailaufnahmen. Hast Du Dir schon mal die relativ kleinen, aber sehr ausdrucksstarken Augen eines Elefanten angeschaut? Oder den Federschopf eines exotischen Vogels? Es gibt sicherlich eine Menge Möglichkeiten Detailaufnahmen zu machen.

Freilebende Tiere im Zoo

Sehr viele freilebende Tiere, in erster Linie Vögel, halten sich im Zoo auf. Sie kennen ganz genau die Futterquellen oder gar die Fütterungszeiten ihrer Artgenossen. Die besten Aufnahmen von Graureiher habe ich im Berliner Zoo machen können. Während sie in meiner Heimat auf dem Lande, eine recht große Fluchtdistanz aufweisen, hatte ich sie im Zoo bis auf 5 Meter vor der Linse. Ideal um um Detailaufnahmen oder ein Kopfporträt zu machen. Also, auch darauf mal achten.

Und zum Schluß noch die Empfehlung meinen Beitrag zur Tierfotografie – Wildlife zu lesen.

Habt Ihr weitere Tipps und Anregungen zu diesem Thema, so gebt gerne einen Kommentar ab.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß im Zoo oder Tierpark.

Beste Grüße Hans-Jörg

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